Kinder bauen Käferkeller
Die „Naturdetektive“ – Kindergruppe der NVSG Geiss-Nidda – haben am Samstagnachmittag, den 24. Oktober 2026, aktiven Artenschutz betrieben. Sie haben am Rand des alten Wasserhäuschen in Geiss-Nidda unter einem Haselnussstrauch einen Käferkeller angelegt. Das Wetter wurde pünktlich zum Beginn der Aktion ausgesprochen wohlgesonnen und freundlich. Typisches Herbstwetter mit vielen Wolken, ein bisschen Wind und wärmenden Sonnenstrahlen. Die Kinder waren so eifrig bei der Sache, dass ihnen allein aufgrund der Bewegung und der körperlichen Arbeiten am Projekt schon warm wurde. Da wurde gebuddelt, da wurden halb verrottete Eichenstämme herangeschafft, es wurden Holzspäne, kleine Äste und Zweige in der Grube versenkt. Zum krönenden Abschluss wurde noch ein großer Reisighaufen über dem Käferkeller errichtet.
In Deutschland gibt es ca. 7000 Käferarten. Von ihnen sind mittlerweile mehr als ein Viertel massiv zurückgegangen und z. T. vom Aussterben bedroht. Käfer spielen aber eine sehr wichtige Rolle im Verbundsystem der Natur. Sie bestäuben Blüten, fressen Pflanzenreste, andere kleine Insekten, auch Würmer gehören zu ihrer Beute und sie zersetzen abgestorbenes Holz. Gleichzeitig werden sie zur Beute von Igeln und Vögeln und stellen einen wichtigen Bestandteil ihrer Nahrung. Gerade in der Brutzeit der Vögel und während der Aufzucht der Jungen sind Insekten, und somit auch die Käfer, ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung der Jungvögel, denn diese benötigen beim Heranwachsen Proteine. In unserer aufgeräumten Landschaft ohne natürliche Höhlen, langsam verwitterndes Totholz, ohne natürliche Hecken finden Käfer kaum noch Stellen, an denen sie Eier legen können. Ohne Eier keine Larven, die sich langsam durch totes Holz und Mulch fressen können.
Hier haben die „Naturdetektive“ wertvolle Arbeit geleistet, indem sie den Käfern eine Kinderstube eingerichtet haben. Erste Käfer wurden mit den verrottenden Holzstücken schon eingebracht. Andere werden mit Sicherheit bald folgen. Das Eichenholz ist unverzichtbar für den größten heimischen Käfer – den Hirschkäfer. Die Weibchen legen ihre Eier nämlich ausschließlich an Eichenholz ab. Der Wald westlich von Geiss-Nidda ist FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) und eines der Schutzziele für den Wald ist die Erhaltung und Förderung der Hirschkäfer. Im Hochsommer kann man hier immer wieder vereinzelt diese großen Käfer antreffen, im vergangenen Sommer sogar recht häufig. Es besteht also Hoffnung und die „Naturdetektive“ haben in ihrer Herbstaktion dazu beigetragen, dass die Hoffnung auch Wirklichkeit wird.
